Vierstufigen Entwurfwettbewerbs Art Mill International in Doha, Katar.

2017 Art Mill Internationaler Designwettbewerb, Doha, Katar. 2. Platz in der vierten Stufe

Katar ist eine Kalkstein- und Dolomithalbinsel mit verhaltener Topographie und extremen Wüstenbedingungen. Flaches Meerwasser mit erhöhtem Salzgehalt, mit größtenteils trockenem Wüstengebiet mit heißem, sonnigem Klima und starken Winden sowie einer sehr interessanten seltenen Fauna und Flora. Der Landschaftsentwurf bietet eine Verbindung zwischen kulturellem Erbe und biologischer Vielfalt und Erhaltung. Zwei großräumige Landschaften werden dem Ort Identität verleihen: Ein Mangrovenwald. Küstenpflanzen, die die bestehende Umwelt mit einem hohen ökologischen Wert reproduzieren und ein Wüstengarten mit einer umfassenden lokalen Flora auf sandiger Grundlage, in dem Wüstenpflanzen der arabischen Halbinsel angepflanzt werden. Ein wichtiges Thema dabei ist der langfristig geringe Pflegeaufwand sowie dass fast keine Bewässerung erforderlich ist. Die Anlage gilt als lebendige Sammlung von Arabiens Edelpflanzen.

Ein Stadtpark der Kultur

Art Mill wird zusammen mit MIA und NMQ ein Trio von bedeutenden und aufstrebenden Museen bilden. Dies wird einen starken Anziehungspunkt in der Stadt schaffen – noch attraktiver und lebendiger als die einzelnen Institutionen alleine. Das Ganze wird größer sein als die Summe der Teile. Um dies vollständig realisieren zu können, stellen wir uns einen großartigen Stadtpark vor, der alle drei Museen miteinander verbindet. Die sanft hügelige Küste, die an den Hafen anschliesst, bietet vielfältige Möglichkeiten, innerhalb des Gesamtkonzeptes des Parks ein Gefühl für den Ort und für individuelle Identität zu schaffen.

Art Mill Territory

Schöne Stadtparks sind selten gleichförmig und einheitlich. Wir schlagen vor, dass Art Mill ein erkennbares Terrain innerhalb des Parks mit einer klaren Identität darstellt. Das Gebiet von Art Mill wurde ausgedehnt, um im Süden auf die Küste zu stossen, eine stimmige Identität für den Ankunftsbereich zu schaffen, um so viele Passanten wie möglich zu erreichen.

Das Museum ist inspiriert von einem traditionellen Modell in Anlehnung an den historischen Souk, mit Bereichen zum Abkühlen und großen Unterständen.

La macchina meravigliosa Lausanne CH

Lausanne Jardins, 2008. Internationaler Wettbewerb, 2. Preis, Projektausführung 2009

Carola Antón, Dominique Ghiggi, Corina Rüegg.
Bauherrschaft: Stadt Lausanne.

Thema des Projektes ist es, eine Verbindung zwischen dem unterirdischen Wasser zu dem Transportsystem Metro herzustellen. Die Metro ist ein Tunnel durch die Zeit wie eine Reise ins Zentrum der Erde à la Jules Vernes. Durch diese geologischen Schichten sucht sich das Wasser den Weg.

Eine neue Maschine. Das Design dieser Korridore und fliessenden Zeit-Räume sind klar Grundlage für die konstruierten neuen Untergrund-Räume. Sie bestehen aus vielen Maschinen, Kameras, Sensoren, künstlicher Beleuchtung und ein Haufen unsichtbarer Infrastrukturen. In dieses System soll eine neue Maschine integriert werden, die sich in gewisser Weise in die Abhängigkeit ihrer Umgebung begibt: Es gibt kein Tageslicht und kein Wasser. Es handelt sich um eine lebendige Maschine, welche einer anderen Zeitmessung entspricht. Es ist ein kleinens „paradiso terrestre “ und stellt vergleichsweise symbolisch eine Oase oder eine Art Cocon dar, das uns auffordert das Zapping zwischen den verschiedenen Netzwerken, dem wir uns permanent aussetzen, wahrzunehmen. Haarscharf an der Grenze zwischen dem wissenschaftlichen Outfit und der Faszination des schönen Bildes changiert unsere Inszenierung mit Projektor.

Die macchina besteht aus einem grossen leuchtenden Wasser-Bidon. Darin befindet sich der Cocon, ein kleines Aquarium mit schwimmendem Moos, ausgerüstet mit Wasserpumpe und Licht. In der Zeitspanne von 3 Monaten soll sich das Bild an der Wand durch das unterschiedliche Wachstum der Pflanzen verändern.

Centro histórico de Alcalá de los Gazules SP

Cádiz Spanien, 2009. Internationaler Ideenwettbewerb, 2. Phase

Carola Antón in Zusammenrabeit mit Maria Arquero de Alarcón.

Bauherrschaft: Consejería de Vivienda y Ordenación del Territorio de la Junta de Andalucía, Dirección General de Urbanismo, y el Excmo. Ayuntamiento de Alcalá de los Gazules (Cádiz).

The competition requests the qualification of the northern slope of Alcal’a de los Gazules, and a soluction for connectivity and isolation of this part of the town; the design of a park, a big Underground parking and the new conception of the whole transport system of the area.

Alcalá de los Gazules, has a strategic location, sourranded by 5 rivers and a rich source of springs and streams, water lines forming or adapted to the topography, it is also located in the middle of the cork oak Naturalpark. Gazules etimology is believed to have its origine in the name of bereberes warriors.

The intervention in the northern slope, of important historical meaning, aims to reconciliate Alcalá with its past, its geology and its vegetation trough a “collar”. A “collar” as a complex intervention in diferent levels, far from a beautifying strategy. The park is conceived as a place to discover, the same way that in the bereber culture the jewlery provides information about the tribal membership, and incorporates in its designs a rich simbolism asociated with colors, numbers, forms, and drawings.

The cualification of the nordem slope extends from the higher part of the old town towards the River Barbate through small ways and roads drawing the topographie of the landscape.

The big Underground Parking is designed under the actual Paseo in several levels, giving access to the city and park at different heights. From the old  fabric, a spacious Paseo is followed in height by a Paved Square that may work as a bypass to regulate the actual traffic problems. The vegetaion in different densities build an stratification leading towards the lower area: the river.

Ozeanium Basel CH

Basel, 2012. Internationaler Wettbewerb im selektiven Verfahren

Architektur: Caruso St John Architekten , London/Zürich.
Ingenieure: Conzett Bronzini Gartman, Chur.
Bauherrschaft: Zoo Basel

Der Projektwettbewerb des Zoo Basels sieht vor, auf dem Areal der Heuwaage ein Grossaquarium, das Ozeanium, zu erstellen. Dieses soll sich den faszinierenden Lebensformen und den Ressourcen der Ozeane widmen und deren Kreisläufe erlebbar machen.

Ist das Meer denn so weit weg? Die Sedimentfüllung der Vorlandbecken, die am Rande des damaligen Tethysmeeres abgelagert worden sind, offenbart einen Meeresstrand am Alpenrand. Das war im geologischen Zeitalters des Juras, vor etwas 199 Mio Jahren, als der Planet mit riesigen Tieren besiedelt war. Das Ozeanium bringt nicht nur die Erinnerung der vergangenen marinen Zeit zurück, sondern auch die der Meerestiere. Man kann das Gebäude in seiner Dimension als Dinosaurierkopf lesen, der Körper in der ursprünglichen Zeit des Meeres versenkt.Mit der Rheinschifffahrt schloss Basel bereits zu römischen Zeiten eine wichtige Verbindung zum Meer. Heute ist der Birsig, der durch den Zoo und entlang der nördlichen Fassade des neuen Gebäudes fliesst, kein offener Bach mehr, sondern ein Kanal. Trotzdem steht das Wasser des Kanals immer noch in Verbindung zum Rhein und übernimmt somit städtebaulich und athmosfärisch eine grosse Bedeutung im Projekt.

Schimmernder Platz. Eine Art altertümliche Schuppenhaut, die aus dem Gebäude wächst und sich über die Strasse erstreckt, bildet die fliessende Oberfläche des Platztes. Diese besteht aus einem Betonbelag, der durch kleinmassstäbige Intarsien aus Kalkstein in dynamischer Schuppenform verzogen ist.Die Intarsien funktionieren gleichzeitig als Rinnen, so dass die Platzfläche nach dem Regen schimmert.

Flimmernde Grotte. Der Einblick in den Hof, in die Arkaden und Eingangsräume ruft das Thema der Grotte hervor. Dieses wird gestalterisch durch eine besondere Bearbeitung der Oberflächen mit farbig glänzenden Fliesen umgesetzt. Es sind flimmernde Vorräume, die den Besucher von der Stadt in die verspielte Wasserwelt des Ozeaniums verführen.

Neubau Naturmuseum St. Gallen CH

St. Gallen, 2009. Offener Projektwettbewerb, 4. Preis

Architektur: Phalt Architekten, Zürich.
Bauherrschaft: Stadt St.Gallen, Hochbauamt.

Die grosszügige Fläche um das kompakte Naturmuseum ermöglicht die Entwicklung drei unterschiedlicher Raumtypen mit unterschiedlichen Qualitäten:

Schmetterlinggarten: In der Mitte stellt ein klar offener Raum den Bezug zur Kirche St. Maria Neudorf her. Dieser bildet Distanz und Tiefe zwischen den beiden volumetrisch bedeutenden Gebäuden. Der Raum entfaltet sich als lebendiger und blumiger Schmetterlinggarten. Eine Vielzahl einheimischer Blütenstauden und Sträucher locken Schmetterlinge und andere Insekten an und spiegeln die saisonalen Veränderungen während des Jahrs wider.

Kirschallee. Die bestehende Kirschbaumreihe wird bis zum Museum ergänzt und definiert eine klare Grenze zur Strasse. Sie wird durch eine dicht gepflanzte Hainbuchenhecke verstärkt, um vom Lärm der Strasse zu schützen.

Wald. Der Bezug zum Botanischen Garten wird durch die Bildung eines durchgehenden, dichten Waldes im Norden, wo bereits grosse einheimische Bäume stehen, geschaffen. Einheimische Baum- und Straucharten ergänzen den Bestand.

Wie ein Netz spannen sich die Wege über die verschiedenen Räume und verbinden das Museum mit der Kirche und dem Botanischen Garten. Verschiedene Themen werden somit erlebbar gemacht. Von der exotischen Welt im Botanischen Garten zum heimischen Wald, in dem Gletscher-Findlinge verstreut stehen. Von den in den Waldkronen integrierten Vogelgehegen zum offenen Schmetterlinggarten. Die drei Raumtypen, Wald, Schmetterlinggarten und Kirschallee, bieten unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten. Kompositionen heimischer Pflanzen und Wildformen, die Geländetopographie und das Mikroklima bilden für jede Lebensform einen attraktiven und spannenden Ort.

Auch die Gebäudefassade ist Teil dieses lebendigen Systems. Ihre gelöcherte Struktur bietet Lebensräume für Vögel, Wildbienen, Fledermäuse und gar Pflanzen. Das Naturmuseum versteht sich als Ort, der nicht nur thematisch, sondern auch organisch mit dem Leben verbunden ist.

Raum für Schule und Öffentlichkeit Büren an der Aare CH

Büren an der Aare, 2010. Projektwettbewerb im selektiver Verfahren, 1. Preis

Architektur: Phalt Architekten, Zürich.
Bauherrschaft: Gemeinde Büren an der Aare.

Der Wettbewerbsperimeter befindet sich auf dem Areal der Primar- und Sekundarschule in unmittelbarer Nähe zur historischen Altstadt von Büren an der Aare.

Der städtebauliche Ansatz stärkt die verschiedenen Zugangsbereiche der Gesamtanlage (Uferzine und Waeidweg in Norden sowie Biel- und Aarbergstrasse im Süden) und vernetzt die unterschiedlichen Bereiche untereinander. Die selbstbewusste Setzung an attraktiver Lage unterstreicht die Funktion der Aula als integraler Bestandteil des öffentlichen Geschehens. Durch die Positionierung an der nordöstlichen Grenze wird ein möglichst grosser Zwischenraum zum denkmalgeschützten Schulhaus geschaffen welcher den Aussenraum um die beiden Gebäude fliessen lässt.

Neben den bestehenden Zugängen von der Aarbergstrasse über die Pappelallee und von der Aare über den Uferweg erfolgt die Anbindung über den neugestalteten Parkplatz an der Ecke Bielstrasse. Vom Parkplatz her führt ein breiter, mit Bäumen und Sitzbänken gesäumter Weg zwischen der Turnhalle und dem Sekundarschulgebäude zum Vorplatz der Aula. Die Parkierung erfolgt unter einem lockeren Baumdach aus Obstbäumen auf chaussierten Parkfeldern. Obstbäume begleiten den Weg vom Parkplatz zur Aula und schaffen eine thematische Verbindung. Die bestehende Pappelallee beim Primarschulhaus wird als eigenständiges Element beibehalten und ergänzt. Entlang der Aare wird die Uferbepflanzung weitergeführt und um die zum Teil geschützten Bäume verdichtet.

Erweiterung Bündner Kunstmuseum Chur CH

Chur, 2012. Projektwettbewerb im selektiven Verfahren, 4. Preis

Architektur: Buchner Bründler Architekten, Basel.
Bauherrschaft: Hochbauamt Graubünden.

Der Charakter des Ortes ist stark geprägt durch die Villa Planta, jetziges Kunsthaus und die teilweise noch bestehende ursprüngliche Gartenanlage. Das Kunstmuseum bildet zusammen mit dem Ergänzungsbau und den umgebenden Gebäuden ein Ensemble, welches sanft in einem öffentlichen, städtischen Park zu liegen kommt, der durch die Verbindung von alten mit neuen Elementen das Gartenmotiv aufgreift und durch die neue Setzung der vorhandenen Skulpturen das Museum im Aussenraum erweitert.

Die Villa Planta entstand als privates Wohnhaus in einer Zeit, in der Europa die grossen Museen der Kunst baute und wurde erst später zum Kunsthaus umfunktioniert. Dieser Aufgabe kann die Villa aus ihrer Grundtypologie heraus nicht wirklich entsprechen, sie bleibt viel mehr, frei nach Venturi, eine „Decorated Villa“. Aus diesem Grund wird im Entwurf ein schlichter Museumstypus mit generischen Qualitäten entwickelt, der dadurch Autonomie erlangt und die Villa in ihrer Rolle als wundersamer Ergänzungsbau zu stärken vermag. Der Museumsneubau ist die notwendige Pflicht, damit die Villa Planta, aus ihrem Zwang befreit, als Kür ihre eigenümlichen Qualitäten entwickeln kann.

Dreispitz-Brüglingen, Planung eines Fussgängerübergangs Basel CH

Basel, 2012. Studienauftrag im Einladungsverfahren

Ingenieur: Conzett Bronzini Gartmann AG, Chur.
Bauherr: Christoph Merian Stiftung, Basel.                                                                     Visualisierung: Yoshi Nagamine, Visualisierung: Yoshi Nagamine, Zürich.

Die voneinander getrennten Gebiete Dreispitz und Brüglingerebene in Basel sollen mit einem neuen Übergang direkt in die Merian Gärten verbunden werden. Zwei Teams wurden zur Ausarbeitung von Projektvarianten beauftragt.

Das Dreispitz Areal befindet sich auf einer Niederterrasse und ist topografisch höher gelegen als die Brüglinger Ebene, die im Schwemmland der unteren Birs liegt. Durch den infrastrukturellen Ausbau eines Verkehrskorridors wurde im 19. Jh. diese Geländekante zunehmend verstärkt. Zusätzlich trennen heute S Bahn- und Tramlinien die beiden Gebiete. Aufgrund der Entwicklung in Brüglingen und da das Quartier Kunstfreilager auf dem Dreispitz zusehends  konkrete Formen annimmt, galt es eine Fussgängerverbindung auszuarbeiten, welche durch eine oberirdische Überbrückung der Infrastrukturen die beiden Gebiete verbindet.

Eine topografische Landschaftsbrücke: Die Brücke bildet die oberste Etage der natürlichen topografischen Abfolge vom Dreispitz zur Brüglinger Ebene und eröffnet einem einen Panoramablick auf die nahen Hügelzüge. Physisch sowie visuell werden die beiden Welten miteinander verbunden. Die grosszügige Ausgestaltung bietet zum einen Sicherheit und verweist zum anderen auf die vierte Etage, welche die drei Terrassen des Merian Parks komplettiert. Ein- und Aussichten sind von hier aus zu geniessen, über das Panorama von Stadt und Land sowie vertikal in die Infrastrukturarchäologie. Die Brückenpromenade suggeriert durch die differenzierten Breiten eine räumliche Veränderung zwischen dem städtischen und dem ländlichen Gebiet.

Brückenform: Die eigenständige Form der geschwungenen Brücke drückt die Zusammengehörigkeit des Dreispitz Areals und Brüglingens aus, macht aber zugleich subtil auf die unterschiedlichen Typologie der beiden Gebiete aufmerksam. Die Landschaftsbrücke bildet einen Teil des Merian Parks und ergänzt dessen topografisches Wegnetzsystem. Bereits bei der Überquerung der 249 m langen Brücke fängt der Spaziergang und das Erleben an, was kurzzeitige Überflutungen des Parks vermeidet. Die Brückenlandung im Merian Park wurde mit Sorgfalt so positioniert, dass sie sowohl in den bestehenden als auch in den ursprünglichen Hauptwegstrang harmonisch hinein führt.

Arealentwicklung Schönau-Areal/Teil Nord Wetzikon ZH CH

Wetzikon, 2013. Eingeladener zweistufiger Studienauftrag 2. Preis

Architektur: Caruso St John Architekten , London/Zürich.
Ingenieure: Conzett Bronzini Gartman, Chur.
Bauherrschaft: HIAG Immobilien.

Das städtebauliche Studienauftrag für die Entwicklung des Schönau-Areals in Wetzikon soll in ein Gestaltungsplan, der auch die denkmalgeschützten  Spinnereibauten beheimatet, kristallisieren. In diesem Teilareal sollen mit den Wohnnutzungen, sowohl halböffentliche Nutzungen als auch die denkmalgeschützen Spinnereibauten, der kleine Wald und der Aabach-Weiher ein neues Ensemble bilden.

Das landschaftliche Potential des Ortes bildet der so genannte Park, welcher 1854 gepflanzt wurde sowie der See, dessen Form ebenfalls Ende des 19. Jh. entstand. Damals wurde eine pragmatische Landschaft geplant, deren Charakter heute nur noch teilweise erkennbar ist. Die leicht verwilderte Vegetation vermittelt zwar romantische Augenblicke, verbirgt jedoch die wichtigen, ursprünglichen Landschaftselemente: Das Seeufer und die Gärten. Diese Elemente werden mit wenigen Massnahmen wiederhergestellt und lassen Fabrik, Gebäude und Aussenraum als Ensemble in Erscheinung treten.

Heute ist das Seeufer mit der alten Allee, welche zur Spinnerei führte, dicht zugewachsen. Das Wasser sowie die leitende Allee sind kaum mehr zu spüren. Durch einen neuen Sitzbereich und die partielle Auslichtung des Ufers wird der Bezug zum Wasser gestärkt und die Allee in seiner Form wieder erkennbar. Es entsteht eine kohärente Ordnung, welche die neuen Nutzer zum Wasser führt.

Die Gärten bilden ein weiteres, atmosphärisches Landschaftselement, welches verloren gegangen ist. Im Projekt bildet das Thema des Gartens den Pfad, welcher zurück zum ursprünglichen Ensemble von Fabrik, Gebäude und Aussenraum führt. Der Garten dient heute an diesem Ort nicht mehr nur als Nährboden für Kräuter, Nutz- oder Zierpflanzen, sondern als Reminiszenz. Im Projekt kommt er in drei Formen vor: als Waldgarten in der bestehenden Waldparzelle, als Lärchengarten im Strassenbereich und als Langgarten im Siedlungsbereich. Die drei Gärten sind durch eine lebendige Hecken-Umfriedung gefasst. Diese schafft gegen innen klare, stimmungsvolle Aufenthaltsräume und definiert gegen aussen die Orientierung im Raum und den Bezug zu den alten Gebäuden.

Langgarten: Der Langgarten umarmt den neuen Wohnungsbau und verbindet diesen mit dem neuen Teilareal Süd. In diesem Garten wird die Hecke zum Raum, sie definiert einerseits die Wohnungserschliessungen und bildet je nach Wohnungsorientierung kleine Gärten und Aufenthaltsräume.
Lärchengarten: Der Lärchengarten bildet den zentralen öffentlichen Aufenthaltsplatz für das ganze Areal, einen sinnlichen Treffpunkt unter der grossen bestehenden Lärche.
Waldgarten: Der Waldgarten stellt einen im Wald verborgenen Garten dar, welcher über kleine Waldwege erschlossen ist. Um genug Platz und Licht für das fortschreitende Wachstum wichtiger Laubbäume und um die Aufenthaltsqualität für Nutzer zu sichern, wird der Wald an bestimmten Stellen ausgelichtet unter Beibehaltung der ökologischen Qualität des Waldes.

Arealentwicklung mit Parkanlage Wieseon Uzwil CH Wettbewerb 1. Preis 2013

Uzwil, 2013. Planungswettbewerb im selektiven Verfahren, zweistufig 1. Preis. Projekt 2015

Architektur: Harder Spreyermann Architekten, Zürich
Bauherrschaft: UZE AG / Bühler Immo AG, Uzwil

Das Bearbeitungsgebiet umfasst eine Fläche von ca. 4 Hektar für rund 300 Wohneinheiten. Die Gebäude bilden durch ihre freie und dennoch präzise Setzung im baulichen Kontext eine durchlässige Membran, die einerseits die Anknüpfung an die verschiedenen Nachbarquartiere und andererseits differenzierte Freiräume schafft. Die bestehende Streuobstwiese bildet in der Mitte ein stimmungsvolles Landschaftselement, das durch zusätzliche Obstbäume ergänzt und durch die Gebäude und einen dichten Baumhain eingerahmt wird. Der Baumhain besteht aus Linden und Vogel-Kirschen, die in lockerer Anordnung die Ränder durchziehen und einen parkartigen Charakter vermitteln.

Der Ort wird zum Park, an dessen Rändern verschiedene Aktivitäten stattfinden. Die räumlich verdichteten Parkränder geben einen fixen Rahmen. Eine dichte Lindenhecke, und bepflanzte, private Freiraumflächen garantieren der Siedlung und dem Quartier eine hohe städtebauliche und freiraumgestalterische Qualität, unabhängig von der Architektur der einzelnen Baufelder. Private Gartenräume säumen die Parkhecke bzw. den Park.

Ein Netz von breiten und schmalen, geschwungenen Kieswegen durchquert den ländlichen Park, sie verbinden die verschiedenen Parkzugänge miteinander und bieten eine begehbare Alternative zur freien Parkdurchquerung. Im Westen wird der Eingang zum Park durch einen Quartierplatz gestaltet. Im Osten grenzt eine bestehende Allee mit Hecke den Raum zum bestehenden Gewerbeareal ab.